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Wilhelmsruh
Wilhelmsruh ist ein Ortsteil im Großbezirk
Pankow von Berlin. Er liegt im nordwestlichen Teil des Bezirks an der
Grenze zu Reinickendorf.
Wilhelmsruh gehört zu den Berliner Villenvororten, wie sie gerade im späten
19.Jahrhundert und frühen 20.Jahrhundert um Berlin herum an vielen
Stellen entstanden. Am 7. Februar 1894 tauchte der Name Wilhelmsruh das
erste Mal in den Protokollen der Gemeindesitzungen von Rosenthal auf.
Schon im Antragsverfahren 1892 hatte Hermann Günther darum gebeten, ihm
die Benennung der Colonie Wilhelmsruh zu genehmigen. Bis zum Jahr 2001 war
Wilhelmsruh kein selbstständiger Ortsteil und gehörte auf
Verwaltungsebene zu Berlin-Rosenthal.
Erst mit der am 1.Januar 2001 in Kraft getretenen Bezirksreform wurden die
genauen Grenzen von Wilhelmsruh definiert. Wilhelmsruh wird somit von
folgenden Linien begrenzt: Im Süden durch die S-Bahnlinie, im Westen mit
der Bezirksgrenze zu Reinickendorf, die als „natürliche“ Grenzen
dienen. Für den Osten sieht man die Straße 110 sowie die Mitte zwischen
Marthastraße und Heegermühler Weg als Abgrenzung. Im Nordosten ist es
der Schönholzer Weg, der in der Verlängerung in die Buchhorster Straße
übergeht. Diese Straße entlang verläuft die nördliche Abgrenzung.
Wilhelmsruh liegt an der alten Landstraße zwischen Reinickendorf und
Rosenthal, der heutigen Hauptstraße. Über die Germanenstraße fließt
der Hauptverkehr nach Südosten in Richtung Pankow sowie über die
Kastanienallee im Norden Richtung Nordend und Niederschönhausen.
Der öffentliche Nahverkehr wird geprägt durch die S-Bahn-Station
Wilhelmsruh der Linien S1 und S85 am Südrand des Ortes. Ergänzt wird
dies durch die Buslinien 155 nach Pankow bzw. 122 nach Reinickendorf,
Rosenthal und in das Märkische Viertel. Im Jahr 1906 erwarb Siegmund
Bergmann, Besitzer einer Maschinenfabrik in Wedding, ein fast 76.000 m²
großes Gelände in der Nachbarschaft des neu entstandenen Ortes
Wilhelmsruh. Er folgte damit einer Entwicklung, die in der Berliner
Industrie seit einiger Zeit zu beobachten war: Das Stammwerk war zu klein
geworden, eine räumliche Erweiterung nicht mehr möglich. Die logische
Folge war eine Ausweitung der Produktionsstätte an den Rand von Berlin.
Er folgte damit auch Borsig und Siemens, die den gleichen Schritt getätigt
hatten. 1907 fand die erste Bebauung auf dem heutigen Pankow Park-Gelände
statt.
Das Bergmann-Werk sollte in den nächsten Jahrzehnten prägend für die
weitere Entwicklung Wilhelmsruhs werden. Im Jahr 1938 wurde Wilhelmsruh
nach einem Gebietstausch zwischen den Bezirken vollständig Teil des
Bezirks Berlin-Pankow. Wilhelmsruh war zu DDR-Zeiten beliebter Wohnsitz
zahlreicher ausländischer Diplomaten.
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